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Leitgedanke für die Woche
Ist die Gottsuche in der Stille in stürmischen Zeiten für Sie eine Alternative?
Aus dem Gedankengut der Wüstenväter
Evagrius Ponticus: „Zur Seele, die durch den Rückzug aus der geordneten Welt in der Furcht (Achtung) Gottes gestärkt werden möchte, aber wegen des Zitterns vor den Dämonen daran gehindert wird. Jos 1,9: ‚Siehe, ich habe dir befohlen: Sei stark und handle wie ein Mann, sei nicht feige und fürchte dich nicht, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, wohin du gehst.’“*
Impuls
In aussichtsloser Situation wird unsere Seele bedrängt. Die unguten Gedanken können sich anfühlen wie bedrohliche Dämonen. Obwohl wir nicht wissen, was wir tun können, drängt das Gefühl der Verzweiflung zum aussichtslosen Handeln. Nicht selten entsteht der Impuls zum aufgebenden Rückzug und Geschehenlassen. Aber wird es nicht noch schlimmer, wenn wir unserem Schicksal nichts entgegensetzen? Evagrius sieht im nach Innengehen, um Gott aufzusuchen, einen Weg, der uns helfen kann, andere Perspektiven wahrnehmen zu können. Der Prophet Jesaja gibt die Empfehlung Gottes weiter, wie wir in Notsituationen handeln sollen: „Denn so spricht der Herr …: Nur in Umkehr und Ruhe liegt eure Rettung, nur Stille und Vertrauen verleihen euch Kraft.“** Es geht ebenso um Umkehr und nicht um das reine Ausharren in der Stille, bis womöglich ein Wunder geschieht. In der Stille können wir tatsächlich viel eher erfahren, was uns zutiefst beruhigt und welche Vorstellungen uns in den Wahnsinn treiben. Aber wie können wir angesichts von Angst und Panik zu einer inneren Ruhe gelangen, wenn diese schon zu ‚normalen Zeiten’ schwer zu erlangen ist? Der amerikanische Abt John Eudes empfiehlt dem Besucher Henri Nouwen, der in den ersten Wochen seines Klosteraufenthaltes vom Schweigen und der Einsamkeit weit entfernt ist: „Versuchen Sie nur, mehr allein zu sein – das wird Ihnen helfen, die Einsamkeit zu finden.“*** Wenn wir umkippen, wird ein Durchstehen der das Herz zerreißenden Seelenlage kaum möglich sein.
Selbsterkenntnis
Vor Gott brauche ich mein Zittern nicht zu verbergen.
Aus dem Leben der Wüstenväter
„Altvater Gregor sagte: ‚Dreierlei fordert Gott von uns: von der Seele den rechten Glauben, von der Zunge die Wahrheit, vom Körper Beherrschung.’“****
U*D*O*-*M*A*N*S*H*A*U*S*E*N
* Antirrhetikos, Traurigkeit Nr. 19a, übersetzt v. Udo Manshausen aus dem Griech. nach W. Frankenberg, 505; Bibelübersetzung: Septuaginta deutsch. Das griechische Alte Testament in dt. Übersetzung, hrsg. v. W. Kraus / M. Karrer, Stuttgart 2010, Buch Josua ** Jesaja 30,15; Einheitsübersetzung *** Henri J.M. Nouwen, Ich hörte auf die Stille. Sieben Monate im Trappistenkloster, 2. Aufl., Freiburg i. Br. 1978, 30 **** Die Wüstenväter, Sag mir ein gutes Wort, Kevelaer 1976, 19
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Wochenmeditation
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